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Gute Bücher sind selten; gut geschriebene noch seltener. Beides zusammen als Sekundärliteratur: kaum zu haben. Daher als Ausnahme nicht laut genug zu preisen.
Lacan - so der lapidare Titel des hier besprochenen Buches von Malcolm Bowie, das nach eigener Aussage einen Abriß der Theorien Lacans zu geben sucht, aber weit mehr hält als es verspricht. Es gehört in jene kostbare und seltene Kategorie von Arbeiten, die, bescheiden und diszipliniert an den theoretischen Vorgaben sich abarbeitend, diese am Ende in den Schatten stellen. Souverän in seinem theoretischen Überblick, sicher in seinen Verbindungen, konzentriert auf das Wesentliche, kurz, präzise und witzig zugleich führt Bowie die wesentlichen Stationen im Denken Lacans vor; dabei kombiniert er zwei Fähigkeiten, die als einzelne schon selten genug zu haben sind, in ihrer Verbindung jedoch geradezu Seltenheitswert besitzen: Bowie vermag die Originalität Lacans aufrichtig zu bewundern, ohne je in die Gefahr zu geraten, sich dadurch seines kritischen Urteils zu berauben; im Gegenteil, in heiterer Gelassenheit notiert er schwere Sünden wider den theoretischen Geist, läßt auch die läßlichen nicht einfach unter den Tisch fallen, sondern erlaubt es dem Leser, diese nicht nur zu erkennen, sondern in befreiendem Gelächter untergehen zu lassen.
Trotzdem ist die Frage, die Bowie an Lacan stellt, von strenger Ernsthaftigkeit. Er will wissen, was die lacaniani-sche Umformulierung und Neubegründung der Psychoanalyse gegenüber Freud nun wirklich voraus hat. Daher stellt er Lacans Beziehung zu Freud ins Zentrum seiner theoretischen Überlegungen und verfolgt die Leistung Lacans am roten Faden dieser Fragestellung durch das gesamte Buch, nicht nur im ersten Kapitel, das sich explizit dem Verhältnis von »Freud und Lacan« widmet.
Dieses Verhältnis geht Bowie, Professor für Französische Literatur in Oxford, zunächst von den sprachlichen Unterschieden der beiden an. Gehört es geradezu zum Sprachethos von Lacan, Unbestimmtheiten und Unklar