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Die Autoren analysieren Goldhagens Ausgangshypothese, derzufolge ein historisch tradierter Antisemitismus der Deutschen für die Judenvernichtung im Dritten Reich verantwortlich sei, auf drei verschiedenen Ebenen: der Mikroebene der Individuen, der Mesoebene der Institutionen sowie der Makroebene der deutschen Gesellschaft. In der — zum Teil berechtigten — Kritik an Goldhagens Ergebnissen sehen Vogt und Vogt Abwehrmechanismen am Werk (Verkehrung ins Gegenteil, Projektion, Verleugnung, Rationalisierung, Derealisierung), deren Hauptmotiv in einem kollektiven, unbewußten, entlehnten deutschen Schuldgefühl liegt. Dieses kollektive entlehnte Schuldgefühl sei, neben echten Einsichtsprozessen, auch für Goldhagens enormen persönlichen Erfolg in Deutschland verantwortlich, da es auf ihn gerichtete Idealisierungen im Sinne unbewußter Erlösungshoffnungen und positive Identifizierungen begünstige.
»Die angstvollen Andeutungen und bruchstückhaften Erzählungen aus Buchenwald — Schweigepflicht, und: ein zweites Mal kommt man von dort nicht zurück, es sterben eh schon 10-20 Leute täglich — sind greulich.« (Victor Klemperer: Tagebucheintrag vom 6. Dezember 1938).