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Goldhagens kulturell-kognitives Modell einer spezifisch deutschen Ausprägung antisemitischer Mentalität aufgreifend, untersucht Bohleber aus psychoanalytischer Perspektive und unter Berücksichtigung historischer Gesichtspunkte die Interdependenz und wechselseitige Verstärkung von Antisemitismus und Nationalismus. Der Autor analysiert einige der an diesem Prozeß beteiligten nationalistischen und antisemitischen kollektiven Phantasmen sowie das komplizierte Wechselverhältnis von kollektiver Mentalität und individueller Psyche im deutschen nationalistischen Antisemitismus. Unter Einbeziehung der historischen Entwicklung zeigt Bohleber die solchen antisemitischen Phantasmen inhärente Tendenz zur Radikalisierung und Grenzverwischung zwischen Vorstellung und Handlung, die unter Hitler ihren traurigen Höhepunkt fand, was der Autor am Beispiel der psychischen Beeinflussung der NS-Täter durch die antisemitische Ideologie beschreibt.