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Die Autoren erachten Goldhagens zentrale These als triftig. Sie differenzieren jedoch seinen Erklärungsansatz eines willentlich-motivationalen Antisemitismus in Deutschland und einer spezifischen, nämlich eliminatorischen, Art von Antisemitismus im Nationalsozialismus in vier Argumentationsschritten. Erstens: Die Holocaust-Forschung mit dem von ihr ausgehenden Effekt der Beweislastumkehr hat Goldhagen veranlaßt, mit einem kulturrelativen voluntaristischen Handlungsmodell zu argumentieren. Zweitens: Die These eines eliminatorischen Antisemitismus der Deutschen bedarf der Unterscheidung zwischen lebensweltlichen Bedeutungsstrukturen und kulturellen Selbstverständlichkeiten. Mithilfe dieser Unterscheidung ist drittens die Möglichkeit geschaffen, das Problem sozialer Integration während des Nationalsozialismus von dem des eliminatorischen Antisemitismus abzulösen. Viertens wird der von Goldhagen theoretisch nicht verwendete Begriff der Aggression eingeführt, den die Autoren in den Rahmen der Freudschen Trieb- und Kulturtheorie stellen.