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In einer Zeit rasanten wissenschaftlichen Fortschritts ein Lehrbuch für Psychosomatik und Psychotherapie zu präsentieren, das mit dieser wissenschaftlichen Entwicklung Schritt halten und das theoretische und klinische Wissen beider Disziplinen auf modernstem Stand zusammenfaßt, ist keine leichte Aufgabe. Michael Ermann, Hochschullehrer und Leiter der Abteilung für Psychotherapie und Psychosomatik an der Psychiatrischen Universitätsklinik München, hat diese Aufgabe mit seinem erschienen Lehrbuch Psychotherapeutische und psychosomatische Medizin. Ein Leitfaden auf psychodynamischer Grundlage aus meiner Sicht in herausragender Weise gelöst.
Das Lehrbuch ist, wie bereits der Untertitel verrät, vorwiegend psychoanalytischen Denktraditionen verpflichtet. »Es basiert«, so der Autor, »auf der Psychoanalyse, wie sie sich im Verlauf von hundert Jahren aus Freuds innovativer Anschauung über das menschliche Seelenleben zu einer umfassenden Lehre über das bewußte und unbewußte Erleben und seine Wirkungen auf das Verhalten, auf Gesundheit und Krankheit entwickelt hat. Diese Psychoanalyse ist heute weit mehr als die ursprüngliche Lehre von der verdrängten Sexualität und vom Ödipuskomplex. Die Idee dieses Buches ist es darzustellen, wie das breite heutige psychoanalytische Denken uns hilft, Krankheit zu verstehen und zu behandeln« (S. 7).
Von dieser Absicht ausgehend, entwickelt der Autor in den ersten drei Kapiteln seines Buches zunächst die Grundbegriffe und Theorien der psychoanalytischen Krankheitslehre, die später zur Beschreibung psychischer Krankheitsbilder herangezogen werden sollen. Dargestellt werden dabei vor allem die typischen Konflikte und Ängste der frühen Kindheit (Indivi-duationskonflikte, Autonomiekonflikte, Triangulierungskonflikte und ödipale Konflikte), die in ungünstigen Fällen später zum Entstehen einer Neurose führen können. Auf dieser entwicklungspsychologischen Grundlage werden anschließend drei Grundmuster der Neurosenpathologie herausgearbeitet: die Borde