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Das offensichtliche Ziel dieses Buches ist es zusammenzufassen, was die Psychoanalyse als Praxis und generelle Theorie (letzteres in Form von »Metapsychologie«) zu den Wissenschaften beitragen kann, auch unter der Voraussetzung, daß man mit der heutigen wissenschaftlichen Methodologie dieses Unterfangen besser durchführen kann, als das zuvor (z.B. Rapaport; vgl. Bd. I, S. 21) möglich gewesen wäre. Der Autor nennt dafür zwei Faktoren: »Die erste ist, daß die psychologische Grundlagenforschung von Relevanz für die klinische Praxis ist, und die zweite, daß »klinische Erfahrung mit Patienten« eine Form der empirischen Forschung ist, die die gleiche Dignität wie die experimentelle Bedingungsvariation hat« (I, S. 20), und er fügt hinzu, daß »beide Postulate…-keineswegs selbstverständlich [sind]. So spricht Kaiser () der quantitativen Psychotherapieforschung jegliche Relevanz für die klinische Praxis ab. Grünbaum () und andere meinen, die klinische Erfahrung sei so »kontaminiert«, daß man sie nicht als Empirie betrachten könnte, und Birbaumer () hält die Psychoanalytiker für immun gegenüber jedwelcher Forschung« ().
Aber Krause bleibt nicht beim Programmatischen oder Allgemeinen stehen, sondern versucht, sein Programm auch konkret anzuwenden und durchzuführen. Dieses Anliegen macht den Kern des vorliegenden Buches aus. Man kann im Großen und Ganzen behaupten, das dieses Ziel auch weitgehend erreicht wurde. Es handelt sich um ein Buch, das die psychoanalytischen Theorien von ihren Voraussetzungen her darstellt. Nach begrifflichen Klärungen untersucht Krause die historisch-kulturellen Bedingtheiten der modernen Vorstellungen und analysiert die psychoanalytische/psychotherapeutische Situation als Erfahrungsgrundlage für die Theoriebildung. Für die Analyse der Beziehung übernimmt er vieles von der modernen experimentellen klinischen Psychologieforschung und betrachtet den Psychoanalytiker als »On-line-Forscher«, m. a. W. als teilnehmenden Beobachter.
Das zweibändige Werk glieder