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Zum Setting meiner Psychoanalyse gehörte es, daß ich dem Psychoanalytiker das Honorar — von lat. honos, -oris, »Ehre« (Kluge, 1975) - monatlich bar zu zahlen hatte, damit sichtbar werde, daß die Psychoanalyse Geld koste. Von Seiten der Psychoanalyse wurde bisher nicht sehr systematisch auf das Geld geschaut, wenn man von einzelnen Aufsätzen und Untersuchungen zu diesem Thema absieht. Es scheint, als habe die Psychoanalyse ein Tabu gegenüber wirtschaftlichen Vorgängen aufgerichtet (vgl. Mertens, 1990, S.X). Nunmehr hat Wolfgang Harsch mit seinem Buch Die psychoanalytische Geldtheorie dieses Desiderat »ehrgeizig« und brillant bearbeitet. Er legt eine kenntnisreiche Studie zu diesem Thema vor, wobei er sich nicht nur in der psychoanalytischen Theorie sehr gut auskennt, sondern offensichtlich auch in verschiedenen Wirtschaftstheorien. Er zitiert die klassischen Ökonomen wie Smith, Marx, Keynes usw. und verknüpft deren Theorien mit psychoanalytischen Sichtweisen. Sorgfältig arbeitet er heraus, wie sehr Freuds Triebtheorie von der wirtschaftlichen Theorie seiner Zeit geprägt ist, und zeigt, daß Freud seine Kenntnisse teilweise durch seine Übersetzungsarbeit von John Stuart Mill hatte, vergleicht die entsprechenden Übersetzungspassagen Freuds und inwieweit er diese für sein Theoriegebäude nutzte. Klassisch psychoanalytisch geht Harsch auf die Biographie Freuds ein und zeichnet nach, daß die gesamte Familie Freuds, beginnend mit seinem Vater, kaufmännisch tätig war. Allerdings meint Harsch, daß Freuds Vater aufgrund der äußeren wirtschaftlichen Verhältnisse seine kaufmännischen Tätigkeiten einstellte, was so nicht als richtig anzusehen ist (vgl. Krüll, 1979, S. 167 ff.). Der Autor wirft mehrfach die Frage auf, warum Freud trotz all dieser aufgezählten Faktoren kein umfassendes Interesse bezüglich einer psychoanalytischen Geldtheorie entwickelte und auch nicht bei den Psychoanalytikern der ersten Generation anregte, so daß diese Lücke bis zum Erscheinen von Harschs umfassend