You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Träume und Poesie sind imaginative Prozesse. Und da sich der Transfer einer Theorie schon oft als fruchtbar erwiesen hat, wendet der Autor die Traumtheorie von Moser und von Zeppelin auf die Poesie an. Beide seien mentale Mikroweiten, die im Rezipienten Erleben — Affekte, Phantasien und Bilder — hervorriefen. Beide seien des weiteren sprachlich formulierte Mikrowelten, die den Übergang von der vorsprachlichen zur sprachlichen Innenwelt offenlegten. An Traum und Poesie lasse sich — obwohl der Traum keine primär sprachlich verfaßte Mikrowelt ist — das Verhältnis von kognitiven Strukturen und affektiven Informationen untersuchen. Am Beispiel der Texte von Autisten demonstriert Moser das Verhältnis von vorsprachlicher und sprachlicher Innenwelt. Er führt den Beweis, daß die inneren Mikrowelten von Autisten der Regulierung von Sicherheit, der »Plazierung« von Affekten, Objekten etc., dienen. Anhand des in seiner Traumtheorie entwickelten Konzepts des »Place« und des Begriffs des »Positionsfeldes« zeigt der Autor, wie diese Regulierung von Sicherheit funktioniert, wobei er weitere poetologische Texte hinzuzieht und immer wieder auf Analogien wie Differenzen von Traum und Poesie hinweist.