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Die moderne kapitalistische Gesellschaft, die unter dem Objektiv des Warentauschs und des systematisch erzeugten Wissens steht, treibt Sigusch zufolge ein neues Objektiv hervor, welches er mit dem Begriff der Hylomatie zu fassen versucht. Gesellschaftlicher Primat der Hylomatie heißt, daß einerseits die Subjekte sich ihrer Lebendigkeit nur noch dadurch versichern können, daß sie alles zum Stoff »für sich« machen, sich den unbelebten Dingen angleichen und so selber zum toten Stoff werden; daß andererseits die Dinge — das Auto, der Fernseher, der Computer, das Internet etc. — gleichsam beseelt werden und auf diese Weise ein Eigenleben entfalten, welches das der Subjekte längst in den Schatten gestellt hat. An einer Fülle von Phänomenen aus Alltagsleben, Technik, Medizin und Wissenschaft demonstriert der Autor, worauf der moderne, postfordistische Kapitalismus hinausläuft — auf die definitive Überflüssigmachung und Abschaffung des Individuums. Diesem Sachverhalt kann nur eine pessimistische Theorie des Anthropofugalismus gerecht werden, die nicht hinter die kritischen Einsichten von Marx, Freud, Anders, Adorno und Foucault zurückfällt.