You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Nach einer Definition von Zeitdiagnosen als nicht-normative Deutungen zeitgenössischer Ereignisse diskutiert die Autorin am Beispiel der Unfähigkeit zu trauern von Alexander und Margarete Mitscherlich, welche wissenschaftlich begründeten Fragen sich beim Verfassen psychoanalytischer Zeitdiagnosen stellen und wie diese präzisiert werden können. Brede begrenzt ihre Überlegungen auf den von den Mitscherlichs thematisierten Aspekt der Struktur des Geschichtsbewußtseins der Deutschen, wobei sie in einem ersten Schritt das Verhältnis von Geschichte und Wahrheit bei Freud diskutiert. Sodann setzt sich die Autorin mit dem Verhältnis von Gegenwart zu Vergangenheit unter dem Gesichtspunkt der Traditionsbildung bei Freud auseinander, um in einem abschließenden Schritt die psychoanalytisch-methodischen Möglichkeiten der Erschließung von Zeitgeschehen zu erwägen und Beziehungen zur Geschichtswissenschaft aufzuzeigen.