You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
In den Anfängen der Psychoanalyse und ihrer Behandlungstechnik dominierte die Bestrebung, verdrängte traumatische Erinnerungen aus der infantilen Vergangenheit ans Licht zu bringen und bewußt zu machen. Heute hingegen überwiegt die Auffassung, die via regia zur Aufdeckung unbewußter Konflikte sei die ausschließliche Analyse von Übertragung und Gegenübertragung im Hier und Jetzt der analytischen Situation. Im Blick auf die NS-Vergangenheit und deren traumatische Erbschaft bei der zweiten und dritten Generation plädiert Bohleber dafür, die rekonstruktiv ermittelte historische Realität in den Deutungsprozeß einzubeziehen, weil nur durch das erinnerte und bezeugte reale Trauma dessen pathogene Logik durchbrochen werden könne. Die Rekonstruktion der traumatischen Realität fördert die notwendige Abgrenzung von Phantasie und Wirklichkeit und macht beide einer sekundären Bearbeitung zugänglich, wie der Autor anhand von Fallvignetten demonstriert. Sie hilft, die transgenerationellen Identifizierungen mit NS-Inhalten zu erkennen und damit die Generationsschranken zu sichern.