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Bevor eine abschließende oder auch nur Einzelbefunde berücksichtigende Würdigung der vorliegenden Publikation erfolgen kann, muß sich die Le-serschaft Umfang und Zuschnitt des Gesamtwerks vergegenwärtigen, die geeignet sind, kritische Einwände zu relativieren und zu kompensieren.
Offenbar auf eine Initiative der italienischen Verleger Giuseppe und Vito Laterza zurückgehend, erscheinen die italienische und die französische Ausgabe nahezu gleichzeitig in den Jahren 1990 bis 1992, dicht gefolgt von der spanischen und portugiesischen 1991 bis 1993. In diesen Versionen trägt das Werk, die geographische Selektion deutlich herausstreichend, den Titel Geschichte der Frauen im Okzident. Die amerikanische Ausgabe A History of Women in the West erscheint 1992 bis 1994, die deutsche und holländische Ausgabe 1993 bis 1995 als Geschichte der Frauen, die geographische Reichweite im Titel offen lassend. Um Versionen, nicht nur um Übersetzungen handelt es sich dabei durchaus: Einheimische Wissenschaftlerinnen übernehmen in allen Fällen die Betreuung und Abfassung eines Nachworts zu den einzelnen Bänden und ergänzen in je unterschiedlichem Umfang die ursprünglich italienisch-französische Ausgabe um weitere Beiträge. Am weitesten hiervon entfernt sich die spanisch-portugiesische Ausgabe, die ganze zusätzliche Abschnitte und Ein-zelkapitel einfügt, um Lateinamerika zu berücksichtigen. Neben dem reprä-sentativen Anspruch, den das Gesamtwerk stellt, wird mit diesen Informationen bereits ein sachliches Problem deutlich: Es ist unmöglich, die mit der geographischen Reichweite umrissene kulturelle, nationale und regionale Vielfalt auch nur annäherungsweise zur Darstellung zu bringen, abgesehen davon, daß die sozio-kulturelle Reichweite über den geographischen Raum hinausweist (Australien, Neuseeland, Israel und das Problem der vormals kolonialen Gebiete überhaupt). Dessen sind sich allerdings die Herausgeberinnen und der Herausgeber durchaus bewußt.
Mit dem Mediävisten Georges Duby, der im De