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Obwohl Scham grundsätzlich mit negativem, nämlich peinlichem Erleben verbunden ist, können Schamaffekte entwicklungspsychologisch die positive Funktion übernehmen, neue Kompetenzen auszubilden und die Konzepte vom Selbst, von den Objektbeziehungen und der realen Welt zu hinterfragen. Erst sehr häufige traumatische Schamkonflikte haben destruktive Auswirkungen. Der Autor konzentriert seine Ausführungen auf die Schamproblematik im Rahmen stationärer Psychotherapie. Er zeigt, daß stationäre Psychotherapiepatienten mit spezifischen Schamkonflikten im Sinne einer verschärften Schamdynamik und destruktiven Agierens konfrontiert sind, und analysiert die Hintergründe. Ein Fallbeispiel aus der Praxis des Autors als Supervisor, das die Rotation von Schamaffekten zwischen stationärem Team und Patientengruppe thematisiert, bringt den ansteckenden Charakter der Scham zum Ausdruck.