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Wie definieren Kinder im Vorschulalter für sich Geschlechterdifferenzen, wie integrieren sie ihre gleich- und gegengeschlechtlichen Identifikationen angesichts einer zunehmend für sie deutlich werdenden gesellschaftlichen Geschlechterpolarität und wie erleben und verarbeiten sie diese? Gibt es für Jungen und Mädchen unterschiedliche psychische Konfliktkonstellationen beim Erwerb von Geschlechtsidentität, bei der Akzeptanz der mit sozialer Positionierung verbundenen Differenzen, und wie bringen sie diese zum Ausdruck? Mit diesem Erkenntnisinteresse beobachtet und filmt die Autorin freie Spielszenen von drei- bis fünfjährigen Kindern in drei alternativen Kinderläden in Hamburg. Voraussetzung der anschließend erfolgenden mikroanalytischen Interpretation der einzelnen szenischen »Interakte« ist die Annahme, daß Kinder im nicht angeleiteten Spiel ihre Phantasien, Wünsche, Ängste und Konflikte in Szene setzen - unter anderem auch diejenigen um Geschlechtsidentität, Selbst-und Fremdzuschreibungen in Geschlechterrollen und um gleich- und gegengeschlechtliche Triebwünsche. Die Analyse der filmisch festgehaltenen Spielszenen erfolgt auf der Grundlage des von Oevermann entwickelten Verfahrens der objektiven Hermeneutik, das die Autorin in Orientierung an Soeffners hermeneuti-schem Verfahren auf vier Interpretationsschritte