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Zwischen den Bildschöpfungen Raffaels und Mark Rothkos liegt die Zeitspanne von fast einem halben Jahrtausend, und Entfernteres und Inkongruenteres als die figurative Malerei des Italieners und die abstrakte Kunst des Amerikaners läßt sich kaum denken. In jeweils getrennten Analysen der Raffaelischen und der Rothkoschen Bilderwelten, die hart am Material operieren und sich vorschnelle Vergleiche und Verallgemeinerungen versagen, arbeitet Stroczan sorgfältig heraus, daß sich das Disharmonische und Verstörende in den Werken Raffaels und Rothkos gerade nicht als solches zu erkennen gibt, sondern sich auf dem Grund—oder in der perfekten Verhüllung — malerisch-ästhetischer Harmonie und Schönheit offenbart.
»Denn die Erscheinung, die am meisten bei der Betrachtung eines Kunstwerkes rührt, ist, dünkt mich, nicht das Werk selbst, sondern die Eigentümlichkeit des Geistes, der es hervorbrachte, und der sich, in unbewußter Freiheit und Lieblichkeit, darin entfaltet.«