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Ausgehend von dem demographischen Faktum einer steigenden Lebenserwartung und einer gewandelten gesellschaftlichen Vorstellung, die Alter immer weniger mit Rückzug und Ausgrenzung verbindet, beschäftigt sich der Autor mit den spezifischen Syndromen und Konflikten älterer Menschen. Zugrunde legt er seinen Beobachtungen die Krankengeschichten und Entlassungsberichte von über sechzigjährigen Patienten seiner Klinik, die er in psychoanalytischer Haltung auswertet und nach generationen- und geschlechtsspezifischen Verhaltensmustern befragt. Indem er von den Einzelfällen abstrahiert, formuliert der Autor idealtypisch sieben Themenkreise von Konflikten, die sich überlagern und wechselseitig bedingen können. Eine Vielzahl von Einzelbeobachtungen führt schließlich zu der These von geschlechtsspezifischen Abwehrstrategien gegen das Alter und das nahende Lebensende. Dabei zeigt sich, daß Männer dazu neigen, die Alterserscheinungen durch bewußte Aktivität und den Rückgriff auf bewährte Berufsrollen bis zur Verleugnung zu kompensieren, wohingegen Frauen die Tendenz haben, auf die Verlust-und Mangelerfahrungen aufmerksam zu machen und an Objekte zu appellieren, von denen sie Halt und Ausgleich erwarten.