You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Ein erfrischend parteiliches Buch: immer auf der Seite weiblicher Selbstentfaltungswünsche und weiblichen Eigenwillens. Und diese Parteilichkeit wirbelt Konflikte auf, in Theorie und Praxis. Denn Selbstentfaltung, so lassen sich Musfelds Ausgangsthesen zusammenfassen, setzt voraus, über die eigene libidinöse Triebenergie verfügen zu können, also auch über deren aggressive Komponente, sie beinhaltet, Abgrenzungen zu vollziehen und Nein zu sagen, sie erfordert Durchsetzungsvermögen und Konkurrenzfähigkeit und schließt Machtstreben zumindestens nicht aus.
So einleuchtend und berechtigt diese Prämissen erscheinen, wenn wir sie auf die männliche Entwicklung beziehen, so wenig selbstverständlich mutet ihre Anwendung auf die weibliche Entwicklung an. Denn sie kollidieren nicht nur mit dem Bild selbstlos-fürsorglicher Mütterlichkeit, auf das die Polarisierung der Geschlechtscharaktere die Frau einst reduziert hatte, sondern auch mit dem Ideal weiblicher Bindungs- und Empathiefähigkeit, wie es von einem Teil der feministischen Theorie propagiert wird. Zudem