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Der Autor legt mit diesem Buch eine Studie vor, die in sehr beeindruckender Weise das Dreieck von Biographie, Persönlichkeit und wissenschaftlichem Denkansatz im Leben und Werk Pestalozzis erforscht und damit einen Beitrag zur Entidealisierung von Person und pädagogischem Entwurf leistet, ohne dem einen wie dem anderen gegenüber entwertend zu sein. Solche Analysen werden nicht immer geschätzt, da sie, so zumindest erleben es die Epigonen, auch etwas destruktives haben, etwas, das die idealisierten Bilder ins Wanken bringt. Die »Identifikationsprojekte« (Chasseguet-Smir-gel), seien es nun die großen Personen der Geistesgeschichte oder auch deren Werk, sind im Alltag doch wohlig stabilisierend und identitätsstiftend. Dies gilt für Pädagogik, Psychoanalyse oder auch Theologie gleichermaßen. Wissenschaftsgeschichtlich scheint die Erziehungswissenschaft an jenem Punkt angelangt zu sein, wo sie hofft, durch selbstreflexive Arbeiten zu einer inneren wie äußeren Konsolidierung zu kommen. Für eine selbstreflexive Erziehungswissenschaft ist sicher Bernfeld ein bedeutsamer Vordenker, und Krafts Arbeit muß in dieser Tradition stehend gesehen werden. Pädagogische Theorie und Praxis werden als von biographischen Konflikten geradezu induzierte Entwürfe gesehen; ein Zusammenhang, der recht treffend mit dem Wort »biographisches Lösungswissen« umschrieben wird.
Da jeder erwachsene Erzieher sich selbst als Kind in jedem Kind begegnet, versucht seine Pädagogik immer auch eine Lösung für die eigenen, noch nicht integrierten Konfliktfelder zu entwickeln. Diese Spur verfolgt Kraft im Leben und Werk Pestalozzis und zeigt sich dabei nicht nur als profunder Kenner Pestalozzis, sondern auch als ebensolcher Kenner psychoanalytischer Entwicklungspsychologie. Dabei greift er Gedanken auf, vertieft, verstärkt und hinterfragt sie neu, welche der alternde Pestalozzi für sich selbst und die Öffentlichkeit niedergeschrieben hatte, nämlich in »der Außerordentlichkeit meines Ganzen Lebensganges« die Grü