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Die Probleme des Sadomasochismus in seinen mannigfaltigen Gestaltungen durchdringen dynamisch alle Psychopathologie und beherrschen auch phä-nomenologisch manche seelischen Erkrankungen, obwohl die gegenwärtig geläufige Diagnostik (z. B. DSM IV) seine Bedeutung auf die manifeste Perversion beschränkt, eine m. E. ebenso verfehlte Ausschaltung z. B. von maso-chistischem Charakter und deren Persönlichkeitsstörung, wie die der Neurose schlechthin.
Im Gegensatz dazu hat sich das Ehepaar Novick, das lange Jahre hindurch an Anna Freuds Hampstead Clinic in London mit schwer neurotisch erkrankten Kindern gearbeitet hat und jetzt behandelnd und forschend in Ann Arbor, Michigan, wirkt, seit langer Zeit mit dem Verstehen der komplexen Dynamik hinter den verschiedenen manifesten Formen befaßt und, soweit mir bekannt, die beste, da umfassendste, theoretische Formulierung gegeben. Ich habe aus früheren Arbeiten von ihnen schon mehrfach in meinen Büchern, namentlich im Rätsel des Masochismus, zitiert. Im jetzigen Band erscheinen nun ihre Arbeiten zu diesem Thema in durchgestalteter Weise als Ganzes und mit mehreren ausführlichen Falldarstellungen belegt.
Ihre hauptsächlichen Gedanken können wie folgt zusammengefaßt werden:
»… Sadomasochismus ist keine besondere (separate) diagnostische Kategorie, sondern ein integraler Bestandteil aller Pathologie.« Die Schlagephantasie mache ihr Wesen (essence) aus, der Allmachtswahn sei der Kern dieser Phantasie und die Externalisierung ein hauptsächlicher Mechanismus in ihrer Entwicklung und in deren Funktionszusammenhang (S. XIV und S. 355).
»Masochismus ist das aktive Verfolgen von psychischem oder physischem Schmerz, Leiden oder Erniedrigung zum Zweck der Anpassung, Abwehr und Triebbefriedigung auf oraler, analer und phallischer Ebene« (S. 46). Keine Einzelphase besitze dabei eine Vorrangstellung; früher heiße nicht an sich schon wichtiger (S. 93). »In den Phantasien ist das Subjekt ein unschuldiges Opfer, das mittels des Leidens Vereinigung m