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»In der psychoanalytischen Ausbildung war klar, daß die Abstinenzregel u. a. sexuelle Kontakte mit Patienten oder auch private Beziehungen allgemein ausschließt… Von sexuellem Mißbrauch in Psychoanalysen und Psychotherapien hatten wir nichts gehört. Es war für uns wie für die Berufsverbände generell kein Thema« (S. 11). Dem Anliegen, dieses Unthema sowohl in ihrer eigenen Berufsgruppe als auch in der Öffentlichkeit doch noch zu einem Thema zu machen, das eine ernsthafte Auseinandersetzung verlangt, haben die beiden Freiburger Analytiker in den letzten Jahren einen Großteil ihrer Zeit und Energie gewidmet.
In ihrem ersten gemeinsamen Buch legen sie nun vor allem die Ergebnisse ihres Forschungsprojekts »Sexuelle Übergriffe in der Psychotherapie und Psychiatrie«, das sie zwischen 1990 und 1994 (teilweise im Auftrag des Bundesministeriums für Senioren, Familie, Frauen und Jugend) durchgeführt haben, in zusammengefaßter Form und allgemein verständlicher Sprache vor. Allein der Umstand, daß es sich hierbei um die erste empirische Untersuchung dieser Art im deutschen Sprachraum handelt, verdeutlicht bereits das besondere Gewicht der Arbeit. Dabei gehören die Autoren mit ihren Erfahrungen aus weit mehr als 100 Beratungsgesprächen und einer größeren Zahl von intensiven Forschungsinterviews mit betroffenen Patientinnen sicherlich zu den ausgewie-sensten Kennern der Materie innerhalb