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Freud hat nicht nur sehr lange Analysen (etwa beim Wolfsmann), sondern auch sehr kurze Therapien durchgeführt. So genügten ihm für die Behandlung Wilhelm Stekels acht, bei der des Dirigenten Bruno Walter kam er mit sechs Stunden aus. Eine Kurzpsychotherapie im eigentlichen Sinn hat Freud jedoch nicht entwickelt. Statt dessen hat er immer wieder die übergreifende Zielsetzung einer psychoanalytischen Behandlung beschrieben. Demnach gilt es, die bestmöglichen Bedingungen für die Funktionsfähigkeit des Ich herzustellen. Maßnahmen, durch die das Ich entwickelt, sein Herrschaftsbereich ausgedehnt und seine Einheitlichkeit gefestigt wird, gelten demnach als therapeutisch.
Das Medium, in dem sich der Ich-Bildungsprozeß vollzieht, ist dabei eine durch zwei Pole — Übertragung (traumatischer Reminiszenzen, innerer Konflikte, unerfüllter Wünsche etc.) und Widerstand (gegen deren Durcharbeiten und Integration ins Ichbewußtsein) — charakterisierte Beziehung: »Jede Forschungsrichtung, welche diese beiden Tatsachen anerkennt und sie zum Ausgangspunkt ihrer Arbeit nimmt, darf sich Psychoanalyse heißen, auch wenn sie zu anderen Ergebnissen als den meinigen gelangt… « (Freud, 1914, S. 54). Diese äußerst liberale Einstellung nimmt Yizhak Ahren zum Ausgangspunkt für einen Streifzug durch die Geschichte der psychoanalytischen Kurzpsychotherapien, bei dem dann — einigermaßen überraschend — doch deutlich wird, daß die Pioniere auf diesem Gebiet