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Foucaults Haltung zu Freud und zur Psychoanalyse hat von seinen frühesten Werken, zumal Wahnsinn und Gesellschaft, bis zu seinen letzten, Sexualität und Wahrheit, fortwährend geschwankt: Dem frühen Lob Freuds, eine kritische Gegenwissenschaft entwickelt und dem Wahnsinn wieder eine Stimme gegeben zu haben, steht am Ende die Verdammung der Psychoanalyse als normierender Wissenschaft im Rahmen des Sexualitätsdispositivs gegenüber. Der Autor geht dem wechselvollen Schicksal dieser Herausforderung, die Freud offensichtlich für Foucault darstellte, nach. Er kommt dabei zu grundlegenden Einsichten gleichermaßen in die Wirkmächtigkeit Freuds wie in tiefreichende Motive des Werks und der Person von Michel Foucault. Dazu gehören sowohl die unaufgelöste Spannung im Verhältnis zur Theorie und Praxis der »Überschreitung« als auch der prekäre Status der Selbstreflexion.