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Der Einfluß der Psychoanalyse auf die Kultur und Kunst des 20. Jahrhunderts ist unleugbar. Umstrittener ist dagegen die Bedeutung der Psychoanalyse bei der Aufhellung des schöpferischen Prozesses. Der Autor ist eher skeptisch, daß die Neurosentheorie dazu einen wesentlichen Beitrag geleistet hat und, mehr noch, überhaupt leisten kann: Wesentlich für die Beurteilung des künstlerischen Schaffensprozesses scheint das vom Künstler gelöste Werk, weniger dessen »Seelenhaushalt«. Anhand von Überlegungen zu Winnicott und Eissler wird dies thematisiert. Im weiteren geht der Autor dem spezifischen Kunstverständnis Freuds nach und belegt, daß es aufgrund seiner klassizistischen Prägung - am Ästhetischen, Schönen orientiert - bedeutende künstlerische Erzeugnisse der Moderne nicht zu fassen vermochte. So bleibt eine Kluft zwischen Freuds revolutionärer Theorie und Praxis der Psychoanalyse und seinem traditionellem Standpunkt in der Ästhetik.