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In der gegenwärtigen amerikanischen und wohl zu einem gewissen Maß auch der europäischen Psychoanalyse ist eine intensive Diskussion über Grundfragen der Technik und der psychodynamischen Theorie im Gange:
Zu welchem Ausmaß sind es Deutungen, die die Veränderungen in der Analyse bewirken, und in welchem Umfang sind es Faktoren des Wiederund Neuerlebens? Besonders der vor bald einem halben Jahrhundert in Verruf geratene Begriff der korrektiven emotionellen Erfahrung schleicht sich, vielleicht unter anderen Namen, als in der Technik wichtiger Faktor wiederum ein, sei es allgemein, sei es spezifisch bei Patienten mit psychischen »Defekten,« mithin gewöhnlich auch schwerer Traumatisierung. In dem Zusammenhang wird von einigen, wie John Gedo und Owen Renik, viel Wert der Selbstenthüllung, besonders einem gewissen, bemessenen Offenbaren eigener Affekte, in den Stunden zugestanden.
Soll die deutende Arbeit sich v. a. auf die mikroanalytische Prüfung von inneren Sequenzen in der Übertragungsbeziehung im Hier und Jetzt konzentrieren, mit besonderer Beachtung der Abwehrvorgänge und der vordringlichsten Affekte - ein Vorgehen, das Paul Gray und seine Schule vertreten (s. jüngst eine Reihe von Arbeiten im Journal of the American Psychoanalytic Association, 45, S. 377-464)? Oder soll das Hauptgewicht auf makroanalytische Deutungen gelegt werden, wie wir es besonders von der traditionelleren Arbeit her kennen, Deutungen, die die gesamte Entwicklungsgeschichte und Konfliktstruktur rekonstruieren?
Was ist das Wesen von Narzißmus und Masochismus, Aggression und Wiederholungszwang? Handelt es sich bei ihnen um grundlegende erklärende Begriffe, um Elementarvorgänge, die nicht weiter reduzierbar sind, so wie es die Analyse im großen und ganzen bisher behauptet hat? Oder sind dies zwar wertvolle beschreibende, die Phänomene gut zusammenfassende Konzepte, die aber klinisch wie theoretisch weiter zu untersuchen sind?
Handelt es sich um grundlegend verschiedene psychopathologische Probleme, je