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Ehe Kollegen und Schüler eine Festschrift zum 60. Geburtstag überreichen konnten, legte Bittner seine eigene Bilanz langjähriger Forschung und Lehrtätigkeit als Hochschullehrer vor. Dieses Buch erweist sich als grundgescheite Lektüre, mitunter mit meditativen Zügen, in der Grundlinie mitreißend aggressiv geschrieben, vor allem dort, wo sich der Autor mit den erziehungswissenschaftlichen »Sackgassen: Szientismus und Normativismus« herumschlägt - seinen Kollegen mögen die Ohren gellen. Vom Aufbau her ist es eine systematische Pädagogik, die einlädt, Wege »in die Kinder« als spannende Begegnung, die Geschichte der Erziehung als Ideengeschichte lebendiger Menschen kritisch zu betrachten, deren Handeln herausfordernd sein kann, die sich einengender Systematisierung entzieht und damit ein Verständnis von Erziehung begründet, das den Leser nach jeder Lektüre verändert zurückläßt. Bittner selbst bietet sich für solches Verändertwerden beispielhaft an und liefert Anstöße wie kaum ein anderer Pädagoge der Gegenwart. Doch, man möchte genau wissen, wie er mit einem Lehrbuch und seiner nach Aufbau, Thematik und breit entfalteten Bildungsabsicht zugleich aus traditionellem Denken herauszureißen vermag. Als erste Antwort mag genügen, daß diese Skizze des Rezensenten unter dem Eindruck von Hochschulveranstaltungen mehrfach neu zu bestimmen war: Man kritisierte zunächst, Bittner setze zu viel an klassischem Wissen voraus, bleibe an entscheidenden Punkten beliebig, er interpretiere autobiographische Episoden ärgerlich eigenwillig und nehme die Ergebnisse moderner Kleinkindforschung kaum zur Kenntnis, als Einführung sei das Buch zu schwer lesbar, vor allem die ersten neunzig Seiten, anregend für eine zweite und dritte Diskussionsebene, von der aus dann schließlich ein erneuter Zugang wertvolle Erträge bieten könne. Ein Buch, an dem sich die Geister scheiden? Eher: der Autor bleibt verletzlich und meint nicht, mit seinem Wissen und seiner Formulierungskunst die Unwissenheit der Leser v