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Es ist viel über sie gesagt und geschrieben worden - und doch ist sie uns rätselhaft: die Liebe. Auf dem Jahreskongreß derDGPT 1996 gelang es Psychoanalytikern beiderlei Geschlechts, der bedeutendsten aller menschlichen Regungen auf die Spur zu kommen.
Kurt Höhfeld und Anne-Marie Schlösser haben die insgesamt 31 Vorträge zu einem »Kompendium der Liebe« zusammengefaßt, das fünf große Themenbereiche enthält: Liebe in der Paarbeziehung, in der psychoanalytischen Behandlung, im historischen Kontext, Elternliebe und Heilung mittels Liebe. Erotische und gewalttätige, sexuelle und professionelle, fanatische und religiöse, rituelle und märchenhafte, Vater- und Mutterliebe: alle Facetten eines Gefühls werden kompetent und einfühlsam vorgestellt. Eingedenk dessen, daß die Liebe ein unbezähmbarer »oiseau rebelle, ein wilder, bunter Vogel ist«, ist den Autoren ein lesenswertes Buch gelungen. Es gibt einen sehr guten Einblick in die aktuelle psychoanalytische Diskussion der »uralten und immer wieder neuen Frage der Liebe.«
Schwerpunkt des Buches sind zwölf Beiträge zum Thema (Gegen-)Übertragung. Sie verdeutlichen, warum der »Dienst am Menschen« mittels Liebe oft mit Risiken behaftet ist. Anhand eindrucksvoller Beispiele schildert Marina Gambaroff das schwierige Abwägen zwischen zuneigendem Verstehen und therapeutischer Abstinenz. Mathias Hirsch berichtet vom eigenen »narrow escape« und seinem Bemühen, einen Mittelweg zwischen »enthusiastischem Mitagieren und übermäßiger Zurückhaltung der Gegenübertragung« zu finden.
Ein weiterer Fall macht deutlich, auf welch gefährlich schmalem Grat sich Analytiker und Patient oft bewegen: Der fünfeinhalbjährige Peter kann bei seiner Behandlung nur im letzten Moment davon abgehalten werden, aus einem Praxisfenster zu springen. Ein weiterer, kaum beachteter Aspekt der Liebe ist die Tierliebe. Woraus resultiert das menschliche Begehren, sich in der Natur, »der Gemeinsamkeit mit dem Bruder Tier« zurechtzufinden? Jürgen Körner erklärt, warum die Wurze