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Im Rahmen eines interdisziplinären Dialogs zwischen Psychoanalyse und Cognitive Science wollen die Autoren einen produktiven fremden Blick auf das Eigene werfen und dazu beitragen, den Forschungsergebnissen der Psychoanalyse die notwendige »externale Kohärenz« zu verleihen. Das Gemeinsame beider Wissenschaften sehen Leuzinger-Bohleber und Pfeifer in den teilweise analogen Fragestellungen hinsichtlich Gedächtnis, Erinnern, Phantasieren, den kognitiven und emotionalen Prozessen. Aus der Perspektive der Cognitive Science setzen die Autoren sich im ersten Teil mit den Gedächtniskonzepten der klassischen Cognitive Science auseinander und betonen die Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels. Das einseitige klassische Speichermodell (Wachstafel, Wunderblock) müsse durch neuere Konzeptualisierungen der Embodied Cognitive Science abgelöst werden: Während dem Speichermodell zufolge Erinnern und Wiedererkennen lediglich zu automatischem replay identischer Engramme führe, erfasse die Embodied Cognitive Science - indem sie Gedächtnis sowohl in Interaktion mit der Umwelt als auch in ständiger adaptiver Veränderung im Organismus konzipiert - Psychologie wie Physiologie des Gedächtnisses gleichermaßen. Anhand eines psychoanalytischen Fallbeispiels zeigen die Autoren im zweiten Teil, wie dieses neue Verständnis von Erinnerungsprozessen für den analytischen Prozeß, speziell die Übertragungsbeziehung, fruchtbar gemacht werden kann.