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Die raschen Fortschritte der Neurowissenschaften ermöglichen immer detailliertere Einblicke in die neurologischen Grundlagen der psychischen Entwicklung bis hin zu komplexen Leistungen wie Imagination, Traum und Phantasie. Gehde und Emrich untersuchen neuere psychoanalytische Konzepte, insbesondere zu Internalisierung und Persönlichkeitsorganisation in der Objektbeziehungstheorie, und deren mögliche Entsprechungen auf neurobiologischer Ebene. Nach heutiger Kenntnis lösen Erfahrungen ebenso wie eine gelingende Therapie jeweils Kaskaden von Veränderungen aus, die - bis ins hohe Alter - synaptische Strukturen des ZNS, Neurotransmitter und Hormone betreffen. Ergebnisse zu Wechselwirkungen zwischen Kognition und Emotion und zu zwei unterscheidbaren Gedächtnisarten werden referiert. Diese führen zu einer neuen Sicht auf zentrale theoretische Konzepte wie Selbst/Objekt-Differenzierung, Wahrnehmung und Verarbeitung von Affekten, Spaltungsmechanismen als Organisationsform des Ich sowie Phantasieprozesse beim Kleinkind. Die Autoren schlagen einen integrativen Ansatz vor, in dem die Eigenständigkeit der Psychoanalyse deutlich und die Notwendigkeit einer ausreichenden Therapiedauer begründet wird.