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Wie groß die Nähe der Kognitionsforschung zur Psychoanalyse sein kann, zeigt der Literaturbericht zur Diskussion um das Zusammenspiel der Gehirnteile Mandelkern und Hippocampus und ihr jeweiliger Beitrag zur Gefühlsverarbeitung - einem zentralen Gegenstand der Psychoanalyse. Läsionsstudien legen es nahe, im Mandelkern ein System zur Gefahrenerkennung (konditionierendes Wissen, implizites Gedächtnis) und im Hippocampus ein System zur Gefahrenvermeidung (erklärendes Wissen, explizites Gedächtnis) zu vermuten, deren Wechselwirkung erst erfolgreiches Lernen ermöglicht. Erkrankungen der Großhirnrinde und des limbischen Systems könnten nun psychische Störungen wie Angstzustände, Zwangsneurosen, Phobien etc. bedingen, die sich möglicherweise durch die Ergänzung der beiden Disziplinen behandeln lassen. Für Levin gewinnt diese These Evidenz mit Betrachtung der neurologischen Aufmerksamkeitssysteme, die Gemeinsamkeiten zum dynamisch unbewußten System der Psychoanalyse erkennen lassen.