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Es ist mir sehr schwergefallen, diese Entgegnung zu schreiben. Zum einen muß ich die Verantwortung für einen Text wahrnehmen, der zahlreiche Fehler enthält und der mir heute selbst leichtfertig formuliert erscheint. Zum zweiten ist es sehr schwierig, zu den Interpretationen der Autorin jeweils eine Antwort zu finden. Denn ihre Deutungen gehen sehr weit, und ich kenne ihre Deutungsvoraussetzungen nicht.
Weil mir die Möglichkeit fehlt, mich mit der Autorin über ihre (und meine) Interpretationen zu verständigen, muß ich mich darauf beschränken, eine Entgegnung zu schreiben. Ich versuche, eine Antwort zu finden auf die Kritik und dabei meine eigenen Deutungsvoraussetzungen zu überdenken; denn ich fühle mich in mehrfacher Weise angesprochen: als Privatmensch, der einen unzulänglichen Text unterschrieben hat, als Psychoanalytiker, der sich aufgefordert sieht, mehrdeutige Formulierungen als unbewußt-absichtsvolle Äußerungen zu interpretieren, und als Vorsitzender der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft, der die DPG in einer Zeit vertritt, in der sie sich wieder an die Internationale Psychoanalytische Vereinigung annähert und damit auch ihrer eigenen Geschichte begegnet.
Die Kritik zeigt: Der Einladungstext ist unsorgfältig recherchiert, er enthält fehlerhafte Zitate, und er birgt Formulierungen, die - gegen die bewußte Absicht - zeigen, wie zwiespältig die Unterzeichner denken und fühlen.
Ich kann die Interpretation der Autorin nachvollziehen, der Begriff »Schicksal« diene dazu, die Vertreibung der jüdischen Analytiker zu rechtfertigen und die DPG-Analytiker, in deren Tradition ich stehe, von einer schweren Schuld zu entlasten. Mich beschämt die Haltung meiner Kolleginnen und Kollegen, die im Jahre 1935 die jüdischen Mitglieder der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft zum Austritt nötigten, damit die DPG - in weiteren Schritten der Anpassung - auch in der Zeit des Nationalsozialismus fortbestehen konnte. Ich vermute, daß die in Deu