You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Sechzehn Jahre nach seinem Tod liegt das Gesamtwerk des französischen Psychiaters, Psychoanalytikers und dreimaligen Schulgründers Jacques Lacan in Frankreich noch immer nicht vollständig gedruckt vor: von den angekündigten 26 Bänden seines zwischen 1953 und 1979 gehaltenen »Seminars« sind bisher gerade einmal neun Bände erschienen, und das in einer Transkription und Textetablierung, deren Prinzipien mehr als diskussionswürdig sind. Hierzulande, wo nach dem Erscheinen des ersten deutschen Auswahlbandes aus seinen Schriften 1973 vor allem in den Geisteswissenschaften eine lebhafte und vielversprechende Rezeption eingesetzt hatte, mußten interessierte Leser nach dem Seminar XX, Encore, infolge editionspolitischer Differenzen zwischen dem Lacan-Schwiegersohn und Rechteinhaber Jacques-Alain Miller und den deutschen Herausgebern eine zehnjährige Zwangspause überstehen, ehe sie 1996 die kaum noch erhoffte deutsche Übersetzung des Seminars VII, Die Ethik der Psychoanalyse, in Händen halten konnten. Seither hat die Edition im Quadriga Verlag einen erfreulichen Tempogewinn erfahren: Binnen Jahresfrist ist nun der nächste Band erschienen, dessen französisches Original bereits im Todesjahr Lacans 1981 veröffentlicht worden war. Mit diesem neuesten Band haben die deutschen Leser nun erstmals die Möglichkeit, drei Seminare in ihrer ursprünglichen chronologischen Ordnung zu lesen - nach dem von 1953/54 über Freuds technische Schriften (Bd. I;