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Es ist naheliegend, fast schon trivial, aber darum noch nicht falsch, gegen die Meisterdenker der Schule von Paris mit biographischen Mitteln recht zu behalten. Wenn sie strukturalistisch, neo- oder poststrukturalistisch, dekonstruktivistisch oder wie auch immer das Cartesianische »Cogito« attackieren und nicht müde werden, ihren Rimbaudschen Leib- und Magensatz zu wiederholen, daß »Ich ein Anderer«, wenn nicht ein »Ganz Anderes« sei, hält ihnen der Biograph postum den Spiegel vor und zeigt, daß sie ein höchst bestimmtes, durchaus unverwechselbares Individuum, ein »Dieser« sind. Wenn sie den Menschen verabschieden »wie ein Gesicht im Sand«, konfrontiert sie der Biograph unbeirrt mit seinem »Ecce homo«. Wenn sie ihrem antihistorischen Affekt folgen, der zugunsten der Strukturen, der Systeme das Ende der Geschichte dekretiert, schreibt der Biograph ungerührt ihre Geschichte.
Und wenn ihr linguistisch, ethnologisch, sozialwissenschaftlich oder psychoanalytisch getarnter Neo-Idealismus die Autonomie, ja Willkür des »Signifikanten«, die Herrschaft des »Diskurses« vertritt, stößt der Realismus des Biographen sie rigoros auf die Wahrheit der nackten Fakten.
Wie die Porträtmalerei im Wandel der artistischen Formen und Moden, auch Scharlatanerien immer die Domäne des Authentischen waren, sorgt das biographische Genre hartnäckig für ein Gegengewicht zu den intellektuellen Moden. Die wirkliche Destruktion - das ist die biographische Reduktion.
Die große Lacan-Biographie der französischen Psychoanalytikerin und Historikerin der Psychoanalyse Elisabeth Roudinesco zeigt diese Opposition zum Denken und auch zu den Stilformen des Gurus der französischen Nachkriegsanalyse drastisch deutlich - und eindrucksvoll. Bei all dem, was man gegen das Buch einwenden kann, ist es eine Pionierleistung, nicht nur, weil es die erste Darstellung Lacans ist, die den Namen einer Biographie verdient. Der Untertitel spricht bewußt nüchtern von einem »Bericht über ein Leben«.
Das Buch hat bei seinem Ersche