You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Sigmund Freud schrieb an Richard Sterba, den Herausgeber des ersten psychoanalytischen Wörterbuches, zu Beginn dessen Unternehmens, daß die Publikation eines Wörterbuches einem inneren Bedürfnis und nicht einem äußeren
Zwang folgen müsse. Daß die Publikation des vorliegenden Dictionnaire de la psychanalyse einem Bedürfnis von Elisabeth Roudinesco und Michel Plon entspreche, dürfen wir aufgrund der im Vorwort zitierten Briefstelle vermuten. Offen bleibt, welches innere Bedürfnis die Verfasser zur aufwendigen Arbeit an einem Wörterbuch veranlaßt hat. Das interessierte Publikum wird sich trotz der indirekten Berufung auf die Autorität Freud fragen, ob die Publikation eines weiteren Wörterbuches zur Psychoanalyse sich angesichts der beachtlichen Zahl vorhandener Werke und gemessen am vor 30 Jahren erschienenen Standardwerk des Vocabulaire de lapsychanalyse von Jean Laplanche und Jean-Bertrand Pontalis auch durch äußere Gründe rechtfertigen läßt. Das neu erschienene Werk will das Wörterbuch von Laplanche und Pontalis nicht ersetzen oder ergänzen. Es setzt dessen strukturell-konzeptuellem Ansatz eine historisch-biographisch sowie sozio-kulturell orientierte Betrachtungsweise entgegen, die auf eine - im Vergleich mit vorhandenen Werken - breite Palette von Eintragskategorien angewandt wird. Neben dem klassischen Eintrag von Sachwörtern finden sich Ausführungen zu 23 Ländern, in denen die Psychoanalyse implantiert ist, zu psychoanalytischen Institutionen und Schulen, zu Schlüsselfällen und therapeutischen Techniken, zu wissenschaftlichen Disziplinen, mit denen Berührungspunkte bestehen. Dargestellt werden die Biographien der bedeutendsten Protagonisten der psychoanalytischen Bewegung - im Falle Freuds durch Einträge zu seinen Familienmitgliedern, Lehrern und intellektuellen Bezugspersonen ergänzt - sowie die 23 Publikationen des Begründers der psychoanalytischen Theorie und Praxis. Den Abschluß des Werks bildet ein ausführliches Namenregister sowie eine Chronologie der P