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In diesem Text, einem Vortrag am Anna Freud Center zu Ehren von Sigmund Freuds Geburtstag, nimmt der Autor die Gelegenheit wahr, einige der Mißverständnisse zu diskutieren und zu klären, die sich in bezug auf Bedeutung und Stellung der Sexualität innerhalb der Psychoanalyse gebildet haben. Er geht dabei von zweierlei Beobachtungen aus, die sich ihm in den letzten zehn Jahren aufgedrängt haben: dem abnehmenden Interesse am theoretischen und praktischen Thema der Sexualität in den einschlägigen psychoanalytischen Zeitschriften sowie der randständigen Bedeutung von Sexualität in vielen klinischen Darstellungen und bei der Diskussion der Fallbeispiele. Einen zentralen Erklärungsfaktor für diese in Greens Augen falsche Entwicklung sieht er in der aktuellen, teilweise modischen Konzentration auf Objektbeziehungen, prägenitale Fixierung, Borderline-Störungen und frühkindliche Entwicklungstheorien. Mit einer Darstellung der Freudschen Auffassungen der Sexualität, ihrer Stärken und Schwächen, unternimmt André Green es, die genitale Sexualität und den Ödipuskomplex wieder an den ihnen gebührenden zentralen Platz zu rücken.