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Das Genre der kritischen Glosse begünstigt nicht gerade die ruhige Aufmerksamkeit für alle Aspekte eines Bildes, und das um so weniger in einem bereits polarisierten Feld. In dem Text (Schröter, ), den Fallend und Nitzschke auf den vorstehenden Seiten kommentieren, beleuchte ich in der Tat einige Punkte schwächer, die vor allem von Nitzschke () betont werden, und andere stärker, die er vernachlässigt. Deshalb noch einmal das Selbstverständliche: Gewiß wurde Wilhelm Reich 1933/34 aus politischen Gründen aus der IPV ausgeschlossen. Nach diesem Satz fängt das Problem an. Es erscheint mir nämlich genauso unzweifelhaft, daß andere Gründe eine nicht geringere Rolle spielten.
Fallend und Nitzschke kritisieren eine solche Annahme (oben, S. 78). Sie gehen von einem Primat des Politischen aus, gegen den ich wiederum einwende, daß er die Fülle des Lebens um gruppendynamische, inhaltlich-wissenschaftliche und persönlich-psychologische Aspekte verkürzt. Alle genannten Aspekte, und nicht nur sie, stellen mögliche Schnittebenen der Forschung dar. Jeder Forscher ist frei, unter ihnen seine Wahl zu treffen und ein ein- oder mehrdimensionales Bild zu zeichnen. Konstruiert ist seine Erzählung immer. Darum sollte wenigstens klar sein, daß es sinnlos ist, Daten der einen Ebene als Wahrheit gegen Daten einer anderen als »Mär« (oben, S. 77) in Stellung zu bringen. Sie schließen sich nicht aus. Freilich kann man die eine Schnittebene relevanter finden als andere.
Es geht in der vorliegenden Diskussion, wie ich sie verstehe, nicht darum, welche Erzählung (im Sinn von Deutungszusammenhang) wahr oder falsch ist, sondern welche ein Maximum von Quellendaten einzufangen vermag. In meiner Glosse habe ich gezeigt, daß das Netz der Erzählung von Fallend und Nitzschke — der »gute«, politische Reich wurde von opportunistischen Funktionären den Nazis geopfert — zu grob geknüpft ist. Anhand der Fenichel-Rundbriefe kann sich das interessierte Publikum jetzt selbst davon überzeugen (vgl. Reichmayr, ). Vor