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Die Psychoanalyse hat sich trotz der frühen Ansätze der Tavistock Clinic in den 50er Jahren, trotz des von S. Mentzos geprägten Begriffs der »institutionalisierten Abwehr« (), H.-E. Richters bekanntem Buch Die Gruppe, ein Weg, sich selbst und andere zu befreien () und O.F. Kernbergs einschlägigem wichtigen Aufsatz über die »Regression in Organisationen« (in: Innere Welt und äußere Realität, ), im Vergleich zur Beschäftigung mit einzelnen Individuen im klassischen Setting, wenig mit den unbewußten Problemen sozialer Institutionen befaßt, den genuinen Themen der Gesellschaftswissenschaften (Produktion und Sozialstruktur, Institutionen und soziale Bewegungen, internationale Beziehungen). Da darf man auf ein Buch, in dem dezidiert die Entwicklungschancen der Institution thematisiert werden, besonders gespannt sein.
Es geht dabei weniger um eine soziologische Untersuchung der Institutionen als solche, vielmehr um die psychoanalytische Interpretation der in Institutionen tätigen »professionals«. Die Interpretation ist insofern psychoanalytisch, als sie die Übertragung und Gegenübertragung ebenso konsequent berücksichtigt wie das in der Frankfurter psychoanalytischen Schule von Argelander und Lorenzer am Sigmund-Freud-Institut entwickelte »szenische Verstehen«.
Das Buch spiegelt die Schwierigkeiten wider, mit denen die einzelnen in Institutionen professionell tätigen Menschen zu kämpfen haben, wenn z. B. die Ziele der Institution mit den Zielen der einzelnen kollidieren, wenn sich dazwischen vermeintlich unüberbrückbare Widersprüche auftun oder wenn es zu schwer lösbaren Loyalitätskonflikten kommt.
Auch die von außen kommenden Supervisoren oder Institutionsberater müssen sich identifikatorisch mit den divergierenden Instanzen auseinandersetzen, wollen sie die verschiedenen intra-individuellen, intra-gruppalen und zwischen den einzelnen und der Institution ablaufenden unbewußten Prozesse zuerst verstehen und dann interpretieren. Gelingt ihnen das, dann ergeben sich für die ein