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Das Buch führt in eine fremde Welt ein, die negativ doch durch unsere eigene Geschichte mitbestimmt ist. Es geht der Frage nach, wie sich die »gesellschaftlichen Bedingungen der Versklavung, dieses kulturelle Trauma, noch weiter in den Sozialisationsbedingungen und den daraus resultierenden Persönlichkeitsstrukturen fortsetzen« (S. 21). Die Metapher des »Erbes« im Titel legt dabei einen Doppelsinn nahe: Gewöhnlich erhofft man sich von einem Erbe einen Gewinn, aber das Erbe kann auch belasten. In diesem Doppelsinn betrachtet die Studie die Kultur Jamaikas, wo die Autorin über 15 Jahre hinweg ethnopsychoanalytische Forschungen durchgeführt hat.
Im vorliegenden Band fügt sie Ausschnitte davon zu einem argumentatorischen Strang zusammen, der insbesondere das Geschlechterarrangement verdeutlicht. Sie interpretiert typische Alltagsszenen und lebensgeschichtliche Interviews, mündlich überlieferte Geschichten und Anekdoten, Residuen afrikanischer Geister- und Besessenheitskulte und ihrer Zeremonien sowie Protokolle von Heilbehandlungen jamaikanischer »Kult-Mütter«. Aus dem Mosaik des vielfältigen Materials entsteht ein Bild, in dem das Erbe der Sklaverei sichtbar wird: es zeigen sich die Folgen der gewalttätigen Zerschlagung traditionaler Familien- und Kulturbezüge für Männer und Frauen; es zeigen sich aber auch die geschlechterdifferenten Versuche, aus der Identifikation mit der afrikanischen Vergangenheit Sicherheit für die Bewältigung der aktuellen Lebensanforderungen zu ziehen.
Auf Jamaika sind Paarbeziehungen in