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Otto Rank, einer der Pioniere der Psychoanalyse, jüngstes Mitglied des Geheimen Komitees, erster Laienanalytiker und Autor eines umfangreichen Werkes, das ihn als eigenständigen originellen Denker kennzeichnet, gehörte über viele Jahre zu den engsten Vertrauten und wichtigsten Mitarbeitern Sigmund Freuds. Mitte der zwanziger Jahre, nach Erscheinen von Ranks Das Trauma der Geburt, seinem wohl wichtigsten Buch, kam es aufgrund theoretischer und persönlicher Differenzen zum Bruch zwischen Freud und Rank. Kramer faßt die Hauptthesen von Ranks Werk zusammen und beschreibt anschließend in einer detaillierten Analyse die Hintergründe der Entzweiung zwischen Rank und Freud, bei der auch Jones und Abraham eine zentrale Rolle spielten. Der Autor führt aus, daß die von Rank vertretenen Ansätze zur Theorie und Technik der Psychoanalyse — vor allem Ranks Betonung der präödipalen Mutter-Kind-Beziehung und der Trennungsproblematik, aber auch seine behandlungstechnischen Vorstellungen, die ihn als Vorläufer von Melanie Klein und Heinz Kohut kennzeichnen — nicht mehr mit den von Freud vertretenen Positionen vereinbar waren.