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1985 erschien in New York Acts of Will — Life and Work of Otto Rank von E. James Lieberman, eine 400 Seiten starke Arbeit über Leben und Werke von Otto Rank, die 1997 vom Psychosozial-Verlag in deutscher Übersetzung veröffentlicht werden konnte. Es war mutig von diesem Verlag, eine Übersetzung anfertigen zu lassen, denn in der Geschichte der psychoanalytischen Bewegung ist das Ausscheiden Otto Ranks nicht bearbeitet worden. Seine Person ist fast vergessen, die wichtige Rolle, die er gespielt hat, ist wenig bekannt. Seine Schriften in deutscher Sprache sind hier lange Zeit nicht wieder verlegt, die Arbeiten in englischer Sprache nie übersetzt worden. Die Möglichkeit, sich über eine Universitätsbibliothek seine Werke auszuleihen, wird wohl selten in Anspruch genommen. Otto Rank? Nur Das Trauma der Geburt und seine Bedeutung für die Psychoanalyse wird abschätzig lächelnd erwähnt. Dieses Lächeln ist über mehrere Psychoanalytikergenerationen tradiert. Oft kennt der Lächelnde nicht mehr als den verkürzten Titel. Er wurde im Frühjahr 1998 im Psychosozial-Verlag neu aufgelegt. Auch der Wiener Verlag Turia und Kant bemüht sich, Werke von Otto Rank wieder zugänglich zu machen (Der Doppelgänger, ; Traum und Dichtung. Traum und Mythos, ). Ein wachsendes Interesse an Otto Rank wurde auf dem Kongreß in Heidelberg am 1./2. November 1997 deutlich, zu dem der Psychosozial-Verlag die ersten Exemplare der Otto Rank-Biographie vorlegen konnte.
E. James Lieberman, ein amerikanischer Psychiater, der sich nach Beendigung seiner eigenen Analyse einer 1976 gegründeten Otto-Rank-Arbeitsgruppe in Washington angeschlossen hat, versucht, die Lebensgeschichte Otto Ranks in ihrer Beziehung zur Geschichte der psychoanalytischen Bewegung und als ein Stück Zeitgeschichte zu beschreiben. Dem Leser stellt sich mit dem Fortschreiten der wahrlich nicht langweiligen Lektüre immer dringender die Frage, warum er bisher so wenig über Otto Rank gewußt hat.
Liebermans wichtigste Quelle ist der Nachlaß Otto Ran