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Unsere Vorstellungen über die intrapsychische Realität müssen durch Beobachtungen von Kleinkindern in der frühesten Phase der Sprachentwicklung revidiert werden. Bereits das zweijährige Kleinkind weist am Anfang seines propositionalen Sprechens eine Fähigkeit des Umgangs mit »zwei Arten psychischer Realität« auf. Recht früh erscheint eine Welt des imaginativen »So-tun-als-ob« und ergänzt die kindliche Verarbeitung von Alltagserfahrungen. Das Kleinkind ist durch diese beiden Erlebniswelten nicht verwirrt, und demgemäß wird der Gebrauch der imaginativen Realität von den Eltern unterstützt. Obwohl eine Fülle von entwicklungsspezifischen Beobachtungen und psychoanalytischen Überlegungen zu derartigen frühen imaginativen Aktivitäten vorliegt, wird ihre Bedeutung erst jetzt voll gewürdigt. Imaginative Realität bezieht sich auf einen Prozeß, innerhalb dessen das Kind von dem Gebrauch macht, was ihm in der erinnerbaren Vergangenheit vertraut ist, um in der Gegenwart eine Welt neuer Möglichkeiten auszuprobieren, die in gewissem Umfang in die Zukunft weisen. Hierbei werden vor allem affektiv bedeutsame Konditionalmodi des Denkens im Spiel belebt und praktiziert. Die Autoren stellen reichhaltige Beobachtungen zum frühen, imaginativen Als-ob-Modus der psychischen Realität dar. Die Beobachtungen werden von einer entwicklungsbezogenen Diskussion begleitet, die die neuesten Forschungen mit der psychoanalytischen Theorie integriert. Wie zu erwarten ist, führt das Konzept einer frühen imaginativen Realität zu einer Reihe weiterführender Fragen für Forschung und klinische Praxis.