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Die Autoren versuchen mit diesem als Manual angelegten Buch, dessen Zielsetzung im wesentlichen eine versorgungspraktische ist — es wird als eine »Ergänzung des Faber/Haarstrick-Kommentars« verstanden (S. 45) —, dem Leser in Form einer Orientierungshilfe Kriterien an die Hand zu geben, die für die Indikation zu einer hochfrequenten, d. h. mit mehr als drei Behandlungsstunden pro Woche einhergehenden psychoanalytischen Psychotherapie sprechen. Eine hochfrequente psychoanalytische Psychotherapie kann nach Auffassung der Autoren u. a. indiziert sein, wenn eine besondere Intensität der Regression vorliegt, ich-syntone Abwehrmechanismen vorherrschen, die entscheidenden seelischen Konflikte besonders früh angelegt wurden, eine verstärkte Haltefunktion des Analytikers notwendig, der Analytiker als Realperson bedeutungsvoll oder die Symptomatik durch Störungen der narzißtischen Selbstwertregulation akzentuiert wird, unbewußte Konflikte sich charakterlich fixiert haben und in der Abwehrstruktur Spaltung und projektive Mechanismen überwiegen. Neben diesen als »medizinische« und »psychodynamische« Aspekte der Indikation bezeichneten Kriterien wird als prozeßbezogenes Kriterium noch der Widerstand gegen die Aufgabe bestimmter, im wesentlichen negativer Übertragungsmodi angeführt. Für die Erfassung der Ausprägung dieser Kriterien wird ein spezielles Erstinterview vorgeschlagen, in das u. a. eine Verlaufsbeobachtung sämtlicher, wöchentlich ein- bis zweimal stattfindender Sitzungen eingehen und auch die künftige wöchentliche Sitzungsfrequenz mit dem Patienten ausgehandelt werden soll.
Orientiert am Rahmen der vertragsärztlichen, in den Psychotherapie-Richtlinien kodifizierten Versorgung und der darin vertretenen Auffassung von psychischer Gesundheit wird die Notwendigkeit einer hochfrequenten Therapie aus den Folgen der angeführten psychopathologischen Eigentümlichkeiten — beispielsweise die daraus resultierende eingeschränkte Bindungsfähigkeit, die mit narzißtischem Gewinn versehe