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Die Weitergabe der Psychoanalyse nicht nur im Meister-Schüler-Verhältnis an die nächste Generation, sondern durch Texte an neugierig Interessierte, an Studentinnen und Studenten mit »Schnupperinteressen« aus den Nachbarfächern ist eine Aufgabe, die niemals für alle befriedigend gelingen wird. Die einen vermissen Genauigkeit, die anderen philosophische oder klinische Fundierung — aber wenn sie hinreichend eingearbeitet würden, verlöre der Text die Qualität als Einführung. Die Psychoanalyse hat damit Erfahrung — man denke nur an »das psychoanalytische Volksbuch« von Federn und Meng. Balanceakte sind schwierig; die Kunst ist, auf dem Seil zu bleiben, und das ist in beiden Büchern gut gelungen.
Das Ehepaar Körner beginnt mit einer Einführung in die psychologischen Modelle, die der Psychoanalyse innewohnen: das Handlungsmodell interpretiert Motive und Sinn, das Maschinenmodell sieht »Mechanismen«, und ein weiteres Paradigma akzentuiert Erzählformen und -inhalte, vor allem biographischer Art. Diese psychoanalytischen Psychologien werden an vier Fallbeispielen illustriert, auf die die Autoren im ganzen Buch immer wieder zurückkommen, und so entsteht ein dicht gewebter Text, in den noch ein weiterer Faden eingezogen wird, nämlich die Anwendung der so gewonnenen Erkenntnisse für sozialpädagogisches Handeln. Welcher Psychologie, so wird anschaulich illustriert, der psychoanalytisch informierte Sozialpädagoge auch folgt, er wird unterschiedliche Ziele haben; der »Gegensatz von abstinentem Psychoanalytiker und absichtsvollem oder zielsetzendem Sozialpädagogen« kann »in dieser Schärfe nicht aufrechterhalten werden« (S. 55). Das mag Puristen irritieren, arbeitet aber gerade den professionellen Charakter in beiden Bereichen heraus.
Die Konstruktionsidee des Buches, neu vorgestellte Gesichtspunkte immer wieder auf das gleiche anfänglich präsentierte klinische Material zu beziehen, ist überzeugend, und wenn man als Leser manchmal die Frage hat, ob hier nicht eine Zitrone zu sehr bis a