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Es gibt nichts Neues unter der Sonne; selbst die Klage, daß es nichts Neues unter der Sonne gibt — wenn es denn eine Klage sein muß — ist uralt: Sie geht weit über den traurigen Prediger Salomo auf den noch traurigeren ägyptischen Seher Cha-scho-pere-seneb aus der 18. Dynastie zurück. Sie ist inzwischen also fast 4000 Jahre alt. Für die Wissenschaften ergibt sich daraus indessen eine womöglich ermunternde Konsequenz: Eine gewisse produktive Naivität in allen Originalitäts- und Prioritätsfragen ist für sie unumgänglich. Denn wer bei Beginn seiner Arbeit immer schon wüßte, was alles bereits vor ihm erarbeitet worden ist, der finge nie zu arbeiten an.
An diese Weisheit ist zu erinnern, wenn man die Monographie Marcel Zentners über die Anfänge der Psychoanalyse Freuds bei Schopenhauer