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Welche Bedeutung hat die in der institutionalisierten Geschichte der Psychoanalyse allgegenwärtige Zensur? Auch die Schriften Sándor Ferenczis, vor allem seine späten Überlegungen zum realen sexuellen Trauma, fielen der Zensur zum Opfer und waren teilweise jahrzehntelang nicht zugänglich. Wichtigster Zensor war Sigmund Freud, der sich beharrlich weigerte, die letzten Arbeiten seines Kollegen und Freundes anzuerkennen. In einer synoptischen Gegenüberstellung von Schlüsselpassagen aus Freuds »Zur Ätiologie der Hysterie« (1896) und Ferenczis »Sprachverwirrung« (1933) sowie einiger anderer Quellen zeigen Rand und Torok, daß Freuds Ansichten, zwar zeitverschoben, mit denen Ferenczis in auffallender Weise konvergieren. Abschließend stellen Rand und Torok die Hypothese auf, daß Freud, in einer Art Selbstzensur, in der Person von Ferenczi, der die von ihm aufgegebene Verführungstheorie adoptiert hatte, sein eigenes theoretisches Schwanken zum Schweigen brachte und auf diese Weise frei war, der Nachwelt ein unerschütterliches Theoriegebäude zu hinterlassen.