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Von einigen Diagnostikern als »postmodern« eingestufte soziokulturelle Entwicklungen scheinen zu einer sogenannten »Dezentrierung« des Subjekts und einer Auflösung der Einheitlichkeit von Selbst und Identität geführt zu haben. Neuere Ansätze in der Psychoanalyse (intersubjektivistische, sozialkonstruktivistische und narrativistische) reflektieren diese Entwicklungen, drohen dabei aber Essentials einer genuinen Psychoanalyse preiszugeben. Am Beispiel der Adoleszenz zeigt der Autor, daß sich Identität und Subjektivität nicht auf eine intersubjektive Konstruktion bzw. den Fluchtpunkt einer Narration verkürzen lassen. Vielmehr sind Reifungs- und Entwicklungsprozesse — in Gestalt der sexuellen Reifung und der Entwicklung neuer kognitiver Fähigkeiten — auf unterschiedlichsten Ebenen zu integrieren. Psychoanalytisch beschreibt der Autor Besonderheiten dieser Phase, die weder pathologisiert noch unkritisch als Ausdruck eines neuen kulturellen Typus akzeptiert werden dürfen. Das Konflikt- wie das Innovationspotential dieser Entwicklungsphase ist von zentraler Bedeutung gerade auch für ein Verständnis der Psychoanalyse, das an der Verbindung von Seelischem und Leiblichen festhält.