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Der Autor gibt einen Überblick über die Entwicklung des Begriffs der Gegenübertragung unter zwei theoretischen Perspektiven - der projektiven Identifizierung und der Gegenübertragungsinszenierung - und arbeitet deren Gemeinsamkeiten und Differenzen heraus. Die projektive Identifizierung, ursprünglich von Melanie Klein als intrapsychische Phantasie des Patienten konzeptualisiert, wurde von den modernen Kleinianern weiter ausdifferenziert und als ein Mechanismus verstanden, der die interpersonale Interaktion zwischen Patient und Analytiker beschreibt. In der klassischen und ich-psychologischen Psychoanalyse ist der Begriff des Enactments bzw. der Gegenübertragungsinszenierung gebräuchlich. Enactment kommt zustande, wenn der Patient mit der Aktualisierung einer Übertragungsphantasie eine Gegenübertragungsreaktion im Analytiker auslöst. Beiden Ansätzen gemeinsam ist, daß die Gegenübertragung eine Schöpfung darstellt, an der Analytiker wie Analysand gleichermaßen teilhaben.