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Das von Erwin Kaiser herausgegebene Buch hatte seine tages(berufs)politische Wichtigkeit darin, daß sich eine Reihe von Beiträgen kritisch direkt mit auf die damals aktuelle »politische Kampfschrift« (S. 207) von Grawe beziehen. Zu Grawes Konfessionsbuch sind inzwischen eine Reihe von Grabschriften erschienen, seinetwegen wird man sich also nicht mehr dem Buch Kaisers zuwenden müssen. Auf dessen eigentliche Bedeutung verweist in präziser Kürze sein Titel: »Psychoanalytisches Wissen«. Daß es ein solches Wissen, in und von dem wir als Analytiker/innen in unserer täglichen Praxis leben, überhaupt nicht gebe, daß wir in einer entsprechenden Illusion lebten, in die wir suggestiv oder indoktrinär unsere Patienten/innen verstrickten, oder anders: daß die Psychoanalyse keine Wissenschaft sei, ist ja der in unterschiedlichem Gewand auftretende Hauptvorwurf gegen die Analyse seit ihrem Beginn, zuletzt im wirkungsmächtigen Angriff Grünbaums, daß die Psychoanalyse innerhalb ihres klinisch-hermeneutischen Bezugsrahmens ihre Behauptung, Bewußtwerdung führe zu Veränderungen, nicht empirisch belegen könne, eine Behauptung, die in diesem Band philosophisch und analytisch wohlfundiert von Wollheim zurückgewiesen wird.
Die in systematischer Hinsicht wichtigste und weitreichendste Form des Vorwurfs, die Psychoanalyse verfüge über kein intersubjektives, methodisch abgesichertes Wissen, ist die, daß sie nicht den Status einer am Paradigma der Naturwissenschaften (Physik) orientierten nomologischen Wissenschaft - wie etwa die (Mainstream-) Psychologie - habe. Liegt also das Heilmittel für die Analyse darin, dem in der klinischen Situation entwickelten und erprobten Wissen den Status eines Erkundungs-Vorwissens zuzusprechen, das dann nach den Regeln der nomologischen Methodik geprüft und auf diese Weise in ein Nichtwissen und ein (vorläufig) beibehaltbares Wissen geschieden wird? Die Antwort Kaisers auf diese Frage ist ein wohlbegründetes vehementes »Nein«. Die von ihm zur Begründung herang