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Auf die Frage, wie das Verhältnis von Innen und Außen, von unbewußter Phantasie und traumatisch wirkenden äußeren Ereignissen, einzuschätzen sei, hat die Psychoanalyse nach wie vor keine eindeutige Antwort gefunden. Um beide Einflußgrößen zu unterscheiden, greift die Autorin auf die Begriffe der Präsentation und Repräsentation zurück. Unter Präsentationen sind reale Abbildungen der materiellen Welt ohne seelische Bearbeitung zu verstehen, die klar erinnert werden; Repräsentationen verkörpern die Internalisierung früher Objektbeziehungen (der Präsentationen), die von unbewußten Phantasien überformt werden. Als Beispiel für Präsentationen führt Oliner die Erinnerungen an den Holocaust an, für Repräsentationen die Sexualität mit ihrer idiosynkratischen Bedürfnisstruktur. Sie geht von der Dualität der Erinnerung aus, der zufolge bei Präsentationen die Erinnerung vom Selbstgefühl abgetrennt, bei Repräsentationen die Erinnerung in die Lebensgeschichte integriert und durch persönliche Konstruktionen der Ereignisse transformiert ist. Aufgabe des Analytikers ist es, sich angesichts der nackten Realität und der massiven Traumatisierung des Opfers keine Schuldgefühle machen zu lassen, sondern danach zu suchen, wo Präsentationen zu Abwehrzwecken (z. B. Überlebensschuld) genutzt werden und sich mit den von Repräsentationen abgeleiteten unbewußten Phantasien verbinden. Oliner demonstriert ihre Auffassung an dem Fallbeispiel eines Holocaust-Überlebenden.