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Hannah Arendt benannte in ihrem Buch aus den 60er Jahren Eichmann in Jerusalem die Bedingung für die Erkenntnis des Nationalsozialismus in eigentümlicher sprachlicher Wendung apodiktisch und poetisch zugleich: »Wenn es richtig ist, daß die Konzentrationslager die konsequenteste Institution totaler Herrschaft sind, dann dürfte zu ihrer Erkenntnis ein Verweilen beim Grauen unerläßlich sein.« Nun kehrt ihr »Verweilen beim Grauen« in den 90er Jahren als Titel einer wissenschaftlichen Essaysammlung des Sozialwissenschaftlers Harald Welzer wieder, die das Nachleben des Nationalsozialismus zum Thema hat. Es geht um die über die NS-Zeit hinausgehende Macht der Bilder und Inszenierungen der Nationalsozialisten, um die weiterwirkende Mentalität der Täter (anhand autobiographischer Zitate von Albert Speer und Rudolf Höß), um die Sprachlosigkeit der Opfer (anhand von Erinnerungen Jean Amérys, Tadeusz Borowskis, Imre Kertész'), um eine Kritik der gegenwärtigen Zeitzeugenforschung,