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In seinem Tagebuch gegen den Untergang unternimmt Johannes Dirschauer den Versuch, sowohl Interpretationen für Interessierte zu liefern als auch denjenigen Hilfestellung zu leisten, die auf der Suche nach einer ausführlichen Einleitung zu den Tagebüchern (V. Klemperers) sind. Darüber hinaus soll ihm damit auch »die erste zusammenhängende Monographie über Victor Klemperer« gelungen sein. Das Ganze dazu noch auf »essayistischem Weg« (S. 11). Die Rezension eines derart mit Ansprüchen überfrachteten Werks muß, will sie nicht selbst zum Essay geraten, zwangsläufig punktuell ausfallen, kann nur schlaglichtartig Werk und Autor an ihren Ansprüchen messen.
Der Autor forscht — so die Verlagsankündigung — zum Problem der Einfühlung und zum Nachleben des Nationalsozialismus. Das weckt Erwartungen, läßt auf einen behutsamen Umgang mit der Materie, mit Klemperers Tagebuch aus dem Dritten Reich schließen.
»Beängstigende Unruhe« (S. 11) gehe davon aus, konstatiert Dirschauer, und er entdeckt am »karg-spröden Ton der Tagebücher Victor Klemperers« (S. 25), was Walter Benjamin an Robert Walsers literarischen Figuren beobachtete: ganz unmenschliche, unbeirrbare Oberflächlichkeit. Wenige Seiten später zieht der Autor in »einer ersten Interpretation« (S. 33) Parallelen zwischen Klemperers Tagebuchunternehmen und den Märchen aus Tausendundeiner Nacht.
Wahlweise werden die Tagebücher dann als »Familienroman« (S. 11,